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Wie stecken sich Pferde mit Würmern an?

Die Vorstellung, dass sich Würmer direkt von Pferd zu Pferd übertragen, hält sich hartnäckig. Tatsächlich benötigen fast alle Wurmarten zunächst eine Entwicklung außerhalb des Pferdes, bevor eine erneute Infektion möglich wird. Die meisten Wurmeier sind unmittelbar nach der Ausscheidung noch nicht ansteckend.

Diese Tatsache erklärt auch, warum Besatzdichte, Umweltbedingungen und später auch das Weidemanagement eine so große Rolle bei der Parasitenkontrolle spielen. Nicht der Kontakt zu einem verwurmten Pferd führt in der Regel zur Infektion, sondern die Aufnahme von infektiösen Larven oder Zwischenstadien, die sich zuvor in der Umwelt entwickelt haben.

Vom Ei zur nächsten Infektion

Wie dieser Entwicklungsweg aussieht, unterscheidet sich erheblich zwischen den einzelnen Parasiten. Bei kleinen Strongyliden, großen Strongyliden und Lungenwürmern schlüpfen zunächst Larven aus den ausgeschiedenen Eiern. Diese entwickeln sich im oder am Kothaufen über mehrere Larvenstadien weiter, bis schließlich die infektiöse dritte Larve entsteht. Erst danach verlassen sie den Kothaufen, wandern auf die umgebende Vegetation und können von einem Pferd beim Grasen aufgenommen werden.

Bei Spulwürmern entwickelt sich die Larve dagegen geschützt im Ei. Auch hier vergeht Zeit zwischen Ausscheidung und Ansteckungsfähigkeit. Erst nach mehreren Tagen bis Wochen wird das Ei infektiös und kann über Gras, Erde oder verschmutzte Oberflächen aufgenommen werden.

Andere Parasiten benötigen zusätzlich einen Zwischenwirt. Bandwürmer entwickeln sich beispielsweise in kleinen Moosmilben, die beim Grasen versehentlich mit aufgenommen werden. Leberegel nutzen Schnecken als Zwischenwirte, bevor infektiöse Stadien auf Pflanzen gelangen und von Weidetieren aufgenommen werden.

Auch die Magendasseln bilden eine Besonderheit. Die Larven entwickeln sich zunächst im Pferd, werden später ausgeschieden und verpuppen sich außerhalb des Wirtes. Erst daraus entsteht die erwachsene Dasselfliege, die wiederum neue Eier am Pferd ablegt. Zwischen der Ausscheidung der Larven und dem erneuten Kontakt eines Pferdes mit den Eiern liegt also ebenfalls ein Entwicklungszyklus außerhalb des Wirtes.

Die einzige wichtige Ausnahme unter den hier vorgestellten Pferdeparasiten stellen die Pfriemschwänze dar. Ihre Eier werden nicht mit dem Kot ausgeschieden, sondern direkt in der Region um den After abgelegt. Die Eier können bereits nach kurzer Zeit infektiös werden und über Fell, Stallwände, Futtertröge oder andere Oberflächen aufgenommen werden. Damit kommen Pfriemschwänze einer direkten Übertragung von Pferd zu Pferd deutlich näher als andere Wurmarten.

Zwischen der Ausscheidung eines Wurmeis und der nächsten Infektion liegen daher meist mehrere Tage, teilweise sogar Wochen. Frischer Kot ist deshalb für die meisten Wurmarten noch nicht unmittelbar ansteckend.

Eine direkte Übertragung von Pferd zu Pferd ist die Ausnahme

Wer verstehen möchte, wie sich Pferde mit Würmern anstecken, muss den Blick von den Würmern im Pferd auf die Entwicklungsstadien außerhalb des Pferdes richten. Fast alle wichtigen Pferdeparasiten werden nicht direkt von Pferd zu Pferd übertragen. Stattdessen müssen sich Eier oder Larven zunächst in der Umwelt entwickeln oder sogar zusätzliche Zwischenwirte durchlaufen, bevor eine neue Infektion möglich wird.

Deshalb entsteht ein Wurmbefall meist nicht durch den unmittelbaren Kontakt zu einem verwurmten Pferd, sondern durch die Aufnahme infektiöser Entwicklungsstadien aus der Umgebung. Zwischen der Ausscheidung der Eier und der nächsten Infektion liegen bei den meisten Wurmarten mehrere Tage, häufig sogar Wochen. Die einzige bedeutende Ausnahme unter den hier vorgestellten Parasiten stellen die Pfriemschwänze dar, deren Eier vergleichsweise schnell wieder aufgenommen werden können.

Das Verständnis dieser Lebenszyklen bildet die Grundlage jeder modernen Parasitenkontrolle. Wer weiß, wie die einzelnen Wurmarten übertragen werden, kann Risiken besser einschätzen und versteht auch, warum Diagnostik, Weidemanagement und Entwurmung immer zusammen betrachtet werden sollten.

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