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Kleine Strongyliden beim Pferd – die häufigsten Würmer

Kleine Strongyliden, auch Cyathostominen genannt, gehören heute zu den häufigsten Endoparasiten des Pferdes. Während früher vor allem die großen Strongyliden gefürchtet waren, stehen heute in vielen Beständen die kleinen Strongyliden im Mittelpunkt der Parasitenkontrolle. Sie kommen bei Weidepferden sehr häufig vor und werden vor allem beim Grasen aufgenommen.

Auf den ersten Blick wirken kleine Strongyliden weniger dramatisch als manche anderen Parasiten. Die erwachsenen Würmer leben im Dickdarm und verursachen bei gesunden erwachsenen Pferden häufig nur geringe oder gar keine sichtbaren Symptome. Genau das macht sie jedoch tückisch: Ein Pferd kann mit kleinen Strongyliden infiziert sein, ohne äußerlich krank zu wirken. Problematisch wird der Befall vor allem dann, wenn sehr viele Larven gleichzeitig im Darm aktiv werden oder wenn junge, geschwächte oder empfindliche Pferde betroffen sind.

Wie infiziert sich das Pferd?

Der Lebenszyklus der kleinen Strongyliden beginnt mit Eiern, die erwachsene Würmer im Darm des Pferdes produzieren. Diese Eier werden mit dem Kot ausgeschieden. Frischer Kot ist dabei noch nicht unmittelbar ansteckend. Zunächst müssen sich die Eier im Kothaufen weiterentwickeln. Unter passenden Bedingungen schlüpfen daraus Larven, die mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen, die mehrere Tage dauern.

Erst die sogenannten infektiösen Larven verlassen den Kothaufen und wandern auf die umgebende Vegetation. Dabei legen sie meist nur kurze Strecken von etwa ein bis zwei Metern zurück. Anschließend klettern sie an Grashalmen empor und warten darauf, von einem Pferd beim Grasen aufgenommen zu werden.

Diese begrenzte Wanderfähigkeit erklärt auch, warum regelmäßiges Absammeln von Kot so wirksam ist. Werden Kothaufen entfernt, bevor sich infektiöse Larven entwickeln können, wird der Lebenszyklus direkt unterbrochen und der Infektionsdruck auf der Weide deutlich reduziert.

Was passiert dann im Pferd?

Nach der Aufnahme gelangen die Larven in den Dickdarm. Dort dringen sie in die Darmschleimhaut ein und entwickeln sich in kleinen Kapseln innerhalb der Schleimhaut weiter und können dort über längere Zeit in einem Ruhestadium verbleiben. Dieses sogenannte enzystierte Larvenstadium ist eine der wichtigsten Besonderheiten der kleinen Strongyliden.

Während dieser Phase befinden sich die Larven geschützt in der Darmwand und produzieren keine Eier. Deshalb lassen sich diese Larvenstadien über eine normale Kotprobe nicht direkt nachweisen. Ein Pferd kann also durchaus eine größere Zahl ruhender Larven in der Darmschleimhaut tragen, obwohl die Kotprobe nur wenige oder sogar keine Eier zeigt.

Die Larven in der Darmschleimhaut stellen auch therapeutisch eine Besonderheit dar. Nicht jede Wurmkur erreicht diese eingekapselten Entwicklungsstadien gleich gut. Einige Wirkstoffe erfassen vor allem die erwachsenen Würmer im Darmlumen, während andere zusätzlich gegen bestimmte Larvenstadien wirksam sind. Deshalb spielt bei kleinen Strongyliden nicht nur die Frage eine Rolle, ob entwurmt wird, sondern auch mit welchem Wirkstoff behandelt wird.

Problematisch wird ein Befall insbesondere dann, wenn viele Larven gleichzeitig die Darmschleimhaut verlassen. In solchen Fällen kann es zu einer schweren Entzündung des Dickdarms kommen. Dieses Krankheitsbild kann mit starkem Durchfall, Gewichtsverlust, Koliken und schweren Allgemeinstörungen einhergehen.

Gleichzeitig ist wichtig zu verstehen, dass kleine Strongyliden nicht automatisch ein Gesundheitsproblem darstellen. Viele gesunde Pferde tragen eine begrenzte Anzahl dieser Würmer, ohne dass daraus Schäden entstehen. Ziel moderner Parasitenkontrolle ist deshalb nicht die vollständige Ausrottung jeder einzelnen Larve, sondern die Vermeidung krankmachender Wurmbelastungen.

Warum kleine Strongyliden nicht immer sofort auffallen

Viele erwachsene Pferde tragen kleine Strongyliden, ohne deutlich krank zu wirken. Bei niedrigen Wurmbelastungen bleibt der Befall häufig unbemerkt. Erst bei höheren Wurmzahlen oder empfindlichen Pferden können Symptome auftreten.

Mögliche Anzeichen sind wiederkehrender weicher Kot, Durchfall, Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Leistungsschwäche oder gelegentliche Koliken. Diese Symptome sind allerdings unspezifisch und können auch viele andere Ursachen haben. Kleine Strongyliden lassen sich deshalb nicht allein anhand äußerer Anzeichen sicher beurteilen.

Kleine Strongyliden und die selektive Entwurmung

Kleine Strongyliden gehören zu den Parasiten, die sich über Kotproben vergleichsweise gut überwachen lassen. Die erwachsenen Würmer produzieren regelmäßig Eier, die im Kot nachgewiesen werden können. Dadurch eignen sie sich besonders gut für Konzepte der selektiven Entwurmung.

Die Kotprobe zeigt allerdings vor allem die aktuelle Eiausscheidung. Ruhende Larvenstadien in der Darmschleimhaut werden dadurch nicht zuverlässig erfasst. Trotzdem liefern regelmäßige Kotuntersuchungen wertvolle Informationen darüber, welche Pferde besonders viele Eier ausscheiden und damit wesentlich zum Infektionsdruck auf der Weide beitragen.

Resistenzen und Behandlung

Kleine Strongyliden gehören zu den Parasiten, bei denen Resistenzen gegen Wurmkuren am häufigsten beobachtet werden. Besonders gegen die Wirkstoffgruppe der Benzimidazole sind in vielen Beständen umfangreiche Resistenzen beschrieben worden. Auch gegen Pyrantel wurden in verschiedenen Regionen bereits Resistenzen nachgewiesen.

Zur Behandlung kleiner Strongyliden stehen heute vor allem Wirkstoffe aus den Gruppen der Makrozyklischen Laktone wie Ivermectin und Moxidectin, der Benzimidazole wie Fenbendazol sowie Pyrantel zur Verfügung. Welche Präparate im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Situation im Bestand, dem Entwurmungskonzept und möglichen Resistenzen ab.

Gerade wegen der zunehmenden Resistenzproblematik wird heute großer Wert auf einen möglichst gezielten Einsatz von Wurmkuren gelegt. Ziel ist nicht die möglichst häufige Behandlung, sondern eine wirksame Kontrolle der Parasiten bei gleichzeitigem Erhalt der verfügbaren Wirkstoffe.

Fazit

Kleine Strongyliden sind heute die häufigsten Endoparasiten des Pferdes und spielen deshalb eine zentrale Rolle in der modernen Parasitenkontrolle. Klinische Symptome treten oft erst bei stärkerem Befall oder bei empfindlichen Pferden auf, während die erwachsenen Würmer über Kotproben meist gut erfasst werden können. Besondere Herausforderungen stellen die Larvenstadien in der Darmschleimhaut sowie die zunehmenden Resistenzen gegen verschiedene Wurmkuren dar. Gerade deshalb sind regelmäßige Kotuntersuchungen, gezielte Entwurmung und ein gutes Weidemanagement die wichtigsten Bausteine für den Umgang mit dieser Wurmgruppe.

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