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Wollige Honiggras (Holcus lanatus)

Bezeichnungen

Das Wollige Honiggras (Holcus lanatus) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae), die auch als Süßgrasgewächse bezeichnet wird. Weitere gebräuchliche Namen sind „Wollgras“ oder einfach „Honiggras“. Der Artname „lanatus“ bedeutet „wollig“ und bezieht sich auf die weich behaarten Pflanzenteile, insbesondere Blätter und Blattscheiden.

Lebensdauer

Das Wollige Honiggras ist ein ausdauerndes, mehrjähriges Gras, das sich besonders auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen und extensiv genutzten Flächen lange halten kann. Unter günstigen Bedingungen breitet es sich rasch aus und kann größere Bestände bilden.

Wuchs

Das Wollige Honiggras wächst horstartig und bildet lockere bis dichte Bestände. Die Ausbreitung erfolgt vor allem über Samen sowie kurze vegetative Basistriebe. Die Pflanze erreicht meist Wuchshöhen zwischen 30 und 90 Zentimetern und zählt zu den mittelhohen Grünlandgräsern.

Besonders auf frischen bis feuchten Standorten kann Wolliges Honiggras konkurrenzstark werden. Die Pflanze bildet weiche Blattmasse mit vergleichsweise wenig stabilen Halmen. Verholzung tritt kaum auf. Auf wenig gepflegten oder lückigen Flächen kann das Gras größere, teilweise verfilzte Bestände entwickeln.

Blüte

Die Blütezeit reicht meist von Juni bis September. Der Blütenstand ist eine lockere, weich wirkende Rispe mit silbrig bis leicht rötlich schimmernden Ährchen. Unter günstigen Bedingungen können Nachblüten auftreten.

Die Samen sind leicht und werden überwiegend durch Wind verbreitet. Auf offenen, feuchten Böden keimt das Wollige Honiggras häufig rasch und kann sich dadurch schnell etablieren.

Gras erkennen

Das Wollige Honiggras ist durch seine weich behaarten Pflanzenteile vergleichsweise leicht zu erkennen. Die Blätter wirken weich, graugrün und häufig leicht filzig. Besonders Blattscheiden und Blattunterseiten sind deutlich behaart.

Das Blatthäutchen ist kurz und gezähnt, Blattöhrchen fehlen. Die Halme sind weich, biegsam und häufig fein behaart. Die locker aufgebaute Rispe wirkt oft leicht glänzend oder silbrig. Das Wurzelsystem bleibt eher flach.

Standort

Das Wollige Honiggras bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte. Besonders häufig findet man es auf humosen Lehm- oder Schluffböden, in feuchten Senken, an Waldrändern, Weiderändern oder auf extensiv genutzten Wiesenflächen.

Leichte Beschattung wird gut toleriert. Auf trockenen oder intensiv genutzten Standorten verliert das Wollige Honiggras dagegen meist an Konkurrenzkraft.

Trittfestigkeit

Die Trittfestigkeit des Wolligen Honiggrases ist gering. Aufgrund der weichen Halme und des flachen Wurzelsystems reagiert es empfindlich auf starke Trittbelastung und intensive Nutzung. Auf stark beanspruchten Pferdeweiden wird es daher meist zurückgedrängt.

Nährwerte

Das Wollige Honiggras besitzt insgesamt nur einen mäßigen Futterwert und wird in der Pferdefütterung eher zurückhaltend bewertet. Die Pflanze bildet weiche Blattmasse mit vergleichsweise geringer Strukturstabilität. Mit zunehmender Reife bleibt das Gras häufig weich und neigt weniger zur Ausbildung tragfähiger Halme als viele klassische Heugräser.

Aussagen zu Zucker- und Fruktangehalten sollten vorsichtig betrachtet werden, da hierzu deutlich weniger Daten vorliegen als bei typischen Hochleistungsgräsern. Insgesamt gilt Wolliges Honiggras eher als mäßig wertiges Pferdegras mit begrenzter Bedeutung für hochwertige Pferdeweiden.

Pferdeweide

Auf Pferdeweiden besitzt Wolliges Honiggras eher eine ergänzende Bedeutung. Besonders ältere Pflanzen werden von Pferden häufig weniger bevorzugt gefressen und bleiben daher teilweise stehen. In kleinen Anteilen kann das Gras jedoch zur Artenvielfalt und Struktur extensiver Pferdeweiden beitragen.

Vor allem auf feuchteren Standorten ist Wolliges Honiggras ein typischer Bestandteil naturnaher Wiesenbestände. Problematisch wird es meist erst dann, wenn es sich auf wenig gepflegten, vernässten oder lückigen Flächen stark ausbreitet und größere, verfilzte Bestände bildet. Für intensiv genutzte Pferdeweiden eignet es sich aufgrund geringer Trittfestigkeit und schwacher Narbenbildung dagegen nur eingeschränkt.

Heugewinnung

Für die Heugewinnung besitzt Wolliges Honiggras nur eine begrenzte Bedeutung, wird im Heu jedoch meist besser akzeptiert als auf der frischen Weide. In kleineren Anteilen kann es Bestandteil extensiver, artenreicher Heuwiesen sein.

Da Wolliges Honiggras bevorzugt auf feuchten Standorten wächst, ist eine sorgfältige Trocknung wichtig. Größere Anteile können zu weichem, wenig strukturreichem Heu führen. Für hochwertiges Pferdeheu wird daher meist nur ein geringer Anteil angestrebt.

Wissenswertes

Der Name „Honiggras“ stammt vom süßlichen Geruch der frischen Pflanze, der leicht an Honig erinnert. Besonders auf extensiv genutzten oder feuchteren Flächen gehört Wolliges Honiggras zu den typischen Bestandteilen naturnaher Wiesen.

Größere Bestände gelten häufig als Hinweis auf feuchte, wenig intensiv genutzte oder lückige Grünlandflächen.

Fazit

Das Wollige Honiggras ist ein typisches Gras feuchter und extensiver Wiesenstandorte. Für intensiv genutzte Pferdeweiden besitzt es nur eine begrenzte Bedeutung, kann in artenreichen und naturnahen Pferdeweiden jedoch durchaus sinnvoll sein und zur Vielfalt der Grasnarbe beitragen.

Im Heu wird Wolliges Honiggras meist besser akzeptiert als auf der Weide. Problematisch werden vor allem dominante oder verfilzte Bestände auf schlecht gepflegten Flächen. In ausgewogenen Mischungen kann Wolliges Honiggras jedoch Teil einer vielfältigen und naturnahen Pferdeweide sein.

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