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Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)

Das Wiesen-Rispengras (Poa pratensis) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae), die auch als Süßgrasgewächse bezeichnet wird. Häufig wird es auch einfach als „Wiesenrispe“ bezeichnet. Im Englischen ist es unter dem Namen „Kentucky Bluegrass“ bekannt. Nicht verwechselt werden sollte es mit dem Gemeinen Rispengras, das botanisch Poa trivialis heißt.

Lebensdauer

Das Wiesen-Rispengras ist ein ausdauerndes, mehrjähriges Gras mit langer Lebensdauer. Unter passenden Standortbedingungen kann es sich über viele Jahre in der Grasnarbe halten und durch seine unterirdischen Ausläufer immer wieder regenerieren.

Wuchs

Das Wiesen-Rispengras wächst rasenbildend und breitet sich über unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome, aus. Dadurch kann es Lücken in der Grasnarbe schließen und nach Belastung wieder austreiben. Die Wuchshöhe liegt meist zwischen 20 und 60 Zentimetern, bei futterbaulich genutzten Formen auch höher.

Es zählt zu den wertvollen Narbenbildnern und eher niedrig bis mittelhoch wachsenden Grünlandgräsern. Gerade für Pferdeweiden ist diese Eigenschaft wichtig, weil eine geschlossene, belastbare Grasnarbe Trittschäden und offenen Boden reduzieren kann. Die Blätter sind fein bis mittelfein, elastisch und bilden eine dichte, stabile Bodenbedeckung.

Blüte

Die Blütezeit reicht meist von Mai bis Juli, häufig mit Schwerpunkt im Mai und Juni. Die Blütenrispe ist locker, pyramidenförmig aufgebaut und trägt zahlreiche kleine Ährchen, die grünlich bis violett überlaufen sein können. Die Samen reifen im Sommer und können zur Ausbreitung beitragen.

Für die praktische Nutzung auf Pferdeweiden ist jedoch vor allem die vegetative Ausbreitung über Rhizome bedeutsam, da sie zur Narbenstabilität und Regeneration beiträgt.

Gras erkennen

Das Wiesen-Rispengras ist gut an seiner lockeren, pyramidenförmigen Rispe und der frischgrünen bis leicht graugrünen Färbung zu erkennen. Die Blätter sind relativ schmal und besitzen eine typische bootförmige Blattspitze. Dieses Merkmal hilft besonders bei der Unterscheidung von anderen Gräsern.

Das Blatthäutchen ist kurz und stumpf, Blattöhrchen fehlen. Die Pflanze bildet ein dichtes, flaches bis mitteltiefes Wurzelsystem mit unterirdischen Ausläufern.

Standort

Das Wiesen-Rispengras bevorzugt frische, gut durchlüftete und nährstoffreiche Böden. Es gedeiht auf sonnigen bis halbschattigen Standorten und ist winterhart sowie anpassungsfähig. Besonders gut entwickelt es sich auf gut versorgten Mineralböden, kommt aber auch auf Moorböden vor.

Sehr nasse, stark saure oder extrem trockene Standorte sind weniger günstig. Im Vergleich zu vielen feuchtigkeitsliebenden Gräsern kommt Wiesen-Rispengras jedoch mit mäßiger Trockenheit besser zurecht.

Trittfestigkeit

Die Trittfestigkeit des Wiesen-Rispengrases ist hoch. Durch seine Rhizome kann es sich nach Belastung gut regenerieren und Lücken in der Narbe wieder schließen. Deshalb ist es eines der wertvollsten Gräser für belastbare Pferdeweiden.

Gerade dort, wo Pferde die Grasnarbe stark beanspruchen, kann Wiesen-Rispengras zur Stabilität beitragen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Weide nicht dauerhaft übernutzt wird und die Pflanzen ausreichend Erholungszeit bekommen.

Nährwerte

Das Wiesen-Rispengras besitzt einen guten Futterwert und wird von Pferden meist gern gefressen. Im Vergleich zu sehr energiereichen Hochleistungsgräsern kann es für Pferdeweiden günstiger eingeordnet werden, da seine Stärke vor allem in der Narbenbildung und nicht in maximaler Energieleistung liegt.

Aussagen zu Zucker- und Fruktangehalten sollten dennoch vorsichtig betrachtet werden, da sie stark von Jahreszeit, Witterung, Düngung, Nutzung und Stressbedingungen abhängen. Besonders bei kühlem, sonnigem Wetter können auch bei Wiesen-Rispengras lösliche Kohlenhydrate ansteigen.

Pferdeweide

Für Pferdeweiden ist Wiesen-Rispengras eines der wertvollsten Gräser. Seine unterirdischen Ausläufer sorgen für eine dichte, belastbare und regenerationsfähige Grasnarbe. Dadurch kann es helfen, Trittschäden, offene Bodenstellen und Lückenbildung zu reduzieren.

Aus Pferdesicht ist Wiesen-Rispengras besonders interessant, weil es nicht nur Futter liefert, sondern vor allem die Stabilität der Weide verbessert. Es eignet sich gut als Bestandteil artenreicher Pferdeweidemischungen, sollte aber nicht als alleiniges Gras verstanden werden. Für stoffwechselempfindliche Pferde bleibt eine angepasste Weideführung wichtig, insbesondere im Frühjahr, bei kühlen Nächten und sonnigen Tagen.

Heugewinnung

Für die Heugewinnung liefert Wiesen-Rispengras eher mittlere Erträge, kann aber ein wertvoller Bestandteil artenreicher Heuwiesen sein. Das Heu ist meist fein strukturiert, gut fressbar und kann zur Vielfalt des Pferdeheus beitragen.

Seine Hauptbedeutung liegt jedoch weniger in hohen Heuerträgen als in seiner Funktion als Narbenbildner und Weidegras. In Heuwiesen ist es sinnvoll, wenn es Teil eines vielfältigen Bestandes bleibt und nicht von ertragsstärkeren Obergräsern vollständig verdrängt wird.

Wissenswertes

Das Wiesen-Rispengras gehört weltweit zu den wichtigsten Gräsern für Weiden, Rasenflächen und belastbare Grünlandnarben. Seine große Bedeutung beruht vor allem auf der Fähigkeit, durch Rhizome dichte, trittfeste und regenerationsfähige Bestände zu bilden.

Für Pferdeweiden ist genau diese Eigenschaft besonders wertvoll: Eine stabile Grasnarbe schützt den Boden, reduziert Matsch- und Lückenbildung und trägt langfristig zur Nutzbarkeit der Fläche bei.

Fazit

Das Wiesen-Rispengras ist eines der wichtigsten Gräser für pferdegerechte Weiden. Seine Stärke liegt weniger in maximalem Ertrag, sondern in der Bildung dichter, trittfester und regenerationsfähiger Grasnarben.

Als Bestandteil artenreicher Pferdeweidemischungen ist es sehr wertvoll. Es verbessert die Nutzungsstabilität, hilft Lücken zu schließen und trägt zu einer belastbaren Weidefläche bei. Für Heuwiesen ist es ebenfalls brauchbar, steht dort aber weniger im Mittelpunkt als bei der Weidenutzung.

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