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Wiesen-Lieschgras / Timothee Grass (Phleum pratense)

Das Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae), die auch als Süßgrasgewächse bezeichnet wird. Im Deutschen wird es häufig auch als „Timotheegras“ bezeichnet. Der englische Name „Timothy Grass“ stammt von Timothy Hanson, einem Farmer aus den USA, der die Art im 18. Jahrhundert populär machte.

Lebensdauer

Das Wiesen-Lieschgras ist ein ausdauerndes, mehrjähriges Gras, das mehrere Jahre auf geeigneten Standorten bestehen bleibt. Es wird häufig in Dauerwiesen und extensiven Futterbaubeständen genutzt.

Wuchs

Das Wiesen-Lieschgras ist ein horstbildendes Gras mit aufrechter Wuchsform. Es bildet keine Rhizome oder Stolonen. Die Wuchshöhe liegt meist zwischen 50 und 100 Zentimetern. Als typisches Obergras ist es besonders im ersten Aufwuchs konkurrenzfähig, regeneriert sich jedoch vergleichsweise langsam.

Die Halme sind weich und eher fein, die Blattmasse mittel bis hoch ausgeprägt. Verholzung tritt meist erst bei später Nutzung auf. Durch die langsame Regeneration eignet sich das Wiesen-Lieschgras besser für Schnittnutzung als für intensive Beweidung.

Blüte

Die Blütezeit reicht meist von Mai bis Juli. Der Blütenstand ist eine dichte, walzenförmige Ähre, die häufig leicht silbrig-grün erscheint. Die Blüte erfolgt in der Regel einmal jährlich.

Die Samen reifen im Sommer und bleiben im Boden mehrere Jahre keimfähig. Unter passenden Bedingungen kann sich das Wiesen-Lieschgras in lückigen Beständen gut etablieren.

Gras erkennen

Das Wiesen-Lieschgras lässt sich gut an seiner charakteristischen, dichten und walzenförmigen Ähre erkennen. Die Blätter sind weich, mattgrün und relativ breit. Typisch ist außerdem das lange, spitz zulaufende Blatthäutchen. Blattöhrchen fehlen.

Die Halme sind weich, hohl und vergleichsweise knickanfällig. Das Wurzelsystem reicht mitteltief in den Boden und bevorzugt gut wasserversorgte Standorte.

Standort

Das Wiesen-Lieschgras bevorzugt frische bis feuchte, tiefgründige und gut wasserversorgte Böden. Besonders gut gedeiht es auf lehmigen Standorten in kühleren, gemäßigten Klimazonen. Gegenüber Trockenheit und längerer Hitze reagiert es empfindlich.

Ideal sind eher extensive Nutzungsformen mit wenigen Schnitten oder mäßiger Beweidung. Auf trockenen, stark verdichteten oder intensiv genutzten Standorten wird das Wiesen-Lieschgras häufig verdrängt.

Trittfestigkeit

Die Trittfestigkeit des Wiesen-Lieschgrases ist gering bis mittel. Besonders die langsame Regeneration macht es empfindlich gegenüber intensiver Beweidung und dauerhaftem Verbiss. Für stark belastete Pferdeweiden eignet es sich daher nur eingeschränkt.

Nährwerte

Im Vergleich zu vielen modernen Hochleistungsgräsern wird Wiesen-Lieschgras häufig als strukturreicher und moderater in Zucker- und Energiedichte eingeschätzt. Besonders bei späterer Nutzung steigt der Rohfaseranteil deutlich an, wodurch eine gute Strukturwirkung entsteht.

Der Proteingehalt liegt im mittleren Bereich. Gerade für leichtfuttrige oder stoffwechselempfindliche Pferde kann das ausgewogene Verhältnis aus Struktur und moderater Energiedichte interessant sein. Aussagen zu Zucker- und Fruktangehalten sollten dennoch vorsichtig betrachtet werden, da sie stark von Witterung, Standort und Nutzungszeitpunkt abhängen.

Pferdeweide

Auf Pferdeweiden wird Wiesen-Lieschgras eher selten eingesetzt, da es wenig trittfest ist und sich nur langsam regeneriert. Für intensiv genutzte Weiden oder Portionsweiden eignet es sich daher nur eingeschränkt.

In extensiver genutzten Pferdeweiden oder artenreichen Mischungen kann es jedoch einen wertvollen Beitrag leisten. Auf Weiden wird es häufig weniger bevorzugt gefressen als sehr energiereiche Hochleistungsgräser. Gerade für strukturreichere und moderat energiehaltige Pferdeweiden kann dies durchaus erwünscht sein.

Heugewinnung

Für die Heugewinnung ist Wiesen-Lieschgras besonders interessant und zählt in vielen Regionen zu den klassischen Pferdeheugräsern. Es liefert strukturreiches, gut verträgliches Heu mit moderater Energiedichte und guter Rohfaserwirkung.

Je nach Schnittzeitpunkt kann das Heu weicher oder deutlich strukturreicher ausfallen. Gerade etwas spätere Nutzungen ergeben häufig ein pferdegerechteres Verhältnis aus Struktur, Fressbarkeit und moderater Energieversorgung. Besonders in Nordamerika besitzt Timothy-Heu einen sehr hohen Stellenwert in der Pferdefütterung.

Wissenswertes

Das Wiesen-Lieschgras stammt ursprünglich aus Europa, wurde jedoch vor allem in Nordamerika unter dem Namen „Timothy Grass“ zu einem der bekanntesten Pferdeheugräser. Besonders in den USA und Kanada wird es bis heute häufig für Pferdeheu angebaut.

Seine Bedeutung liegt vor allem in der guten Strukturwirkung, der moderaten Energiedichte und der vergleichsweise guten Verträglichkeit für Pferde.

Fazit

Das Wiesen-Lieschgras gehört zu den interessantesten klassischen Pferdeheugräsern und passt besonders gut zu einer strukturreichen, moderat energiehaltigen Pferdefütterung. Vor allem für extensivere Pferdehaltung und strukturreiche Heumischungen besitzt es große Bedeutung.

Als Weidegras ist es dagegen nur eingeschränkt geeignet, da es wenig trittfest ist und sich nach Verbiss langsam regeneriert. In extensiven, artenreichen Pferdeweiden kann es dennoch ein sinnvoller Bestandteil sein.

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