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Rotschwingel (Festuca rubra)

Der Rotschwingel (Festuca rubra) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae), die auch als Süßgrasgewächse bezeichnet wird. Weitere Bezeichnungen sind „Rotschwingelgras“ oder „Feinschwingel“. Der Begriff Rotschwingel umfasst mehrere Unterarten mit unterschiedlichen Wuchsformen. Dazu gehören sowohl horstbildende als auch ausläuferbildende Formen.

Lebensdauer

Der Rotschwingel ist ein ausdauerndes, mehrjähriges Gras. Er ist langlebig, winterhart und kann sich über viele Jahre in der Grasnarbe halten. Besonders auf extensiver genutzten und trockeneren Standorten bleibt er oft dauerhaft Bestandteil der Vegetation.

Wuchs

Der Rotschwingel wächst je nach Unterart horstbildend oder mit kurzen unterirdischen Ausläufern. Dadurch können einige Formen dichte und stabile Grasnarben bilden. Die Wuchshöhe liegt meist zwischen 20 und 80 Zentimetern.

Er zählt zu den eher niedrig wachsenden bis mittelhohen Gräsern und bildet feine, schmale Blätter mit vergleichsweise geringer Blattmasse. Seine Stärke liegt nicht in hohen Erträgen, sondern in Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und der Fähigkeit, auch auf trockeneren und nährstoffärmeren Standorten stabile Bestände zu bilden. Für pferdegerechte Weiden ist genau das häufig erwünscht.

Blüte

Die Blütezeit reicht meist von Juni bis Juli, teilweise bis in den August. Die lockere Rispe trägt feine Ährchen, die häufig leicht rötlich oder violett überlaufen sind.

Die Samen verbreiten sich über Wind, Tiere und Nutzung. Besonders auf offenen, magereren Standorten kann sich Rotschwingel gut etablieren und langfristig halten.

Gras erkennen

Rotschwingel ist an seinen sehr schmalen, feinen und oft leicht eingerollten Blättern gut zu erkennen. Die Blätter wirken dunkelgrün bis graugrün und häufig leicht rau oder gerieft.

Das Blatthäutchen ist sehr kurz, Blattöhrchen fehlen. Die Halme sind fein und aufrecht, die Rispe locker und zierlich aufgebaut. Je nach Unterart bildet Rotschwingel entweder lockere Horste oder feine Ausläufer zur Narbenbildung.

Standort

Rotschwingel bevorzugt eher magere bis mäßig nährstoffreiche, trockene bis frische und gut durchlässige Böden. Besonders auf sandigen, trockeneren oder extensiv genutzten Flächen besitzt er Vorteile gegenüber vielen Hochleistungsgräsern.

Er verträgt sonnige Lagen gut, kommt aber auch mit Halbschatten zurecht. Auf stark gedüngten, sehr feuchten oder intensiv genutzten Flächen wird er häufig von wüchsigeren Gräsern verdrängt.

Trittfestigkeit

Die Trittfestigkeit des Rotschwingels ist mittel bis gut und hängt stark von der jeweiligen Unterart ab. Besonders ausläuferbildende Formen können dichte, stabile und relativ trittfeste Grasnarben bilden. Dadurch eignet sich Rotschwingel gut für extensive bis mäßig intensiv genutzte Pferdeweiden und trockene Standorte.

In hochwertigen Pferdeweidemischungen ist Rotschwingel häufig in größeren Anteilen enthalten, da er zur Stabilisierung der Grasnarbe beiträgt und auch unter schwierigeren Bedingungen ausdauernd bleibt.

Nährwerte

Rotschwingel besitzt eher einen mäßigen Futterwert und liefert keine hohen Energieerträge. Genau das kann für Pferde jedoch ein Vorteil sein. Besonders leichtfuttrige oder stoffwechselempfindliche Pferde profitieren häufig von strukturreicheren und weniger energiereichen Gräsern.

Die feinen, eher festen Blätter liefern Struktur und fördern längere Kauzeiten. Aussagen zu Zucker- und Fruktangehalten sollten dennoch vorsichtig betrachtet werden, da diese stark von Witterung, Standort, Düngung und Nutzungszeitpunkt abhängen. Insgesamt gilt Rotschwingel jedoch als eher pferdegerechtes Gras für extensive und strukturreiche Bestände.

Pferdeweide

Auf Pferdeweiden ist Rotschwingel ein wertvoller Bestandteil artenreicher und pferdegerechter Weidemischungen. Besonders auf trockeneren, magereren oder extensiver genutzten Standorten spielt er eine wichtige Rolle. Je nach Unterart kann er stabile und belastbare Grasnarben bilden und trägt damit zur Haltbarkeit der Weide bei.

Pferde fressen Rotschwingel meist gut mit, auch wenn er häufig nicht zu den besonders stark bevorzugten Gräsern zählt. Genau das kann auf Pferdeweiden erwünscht sein, da nicht jede Grasart maximal energiereich und hochschmackhaft sein sollte. Seine eher moderate Energiedichte und die feine Struktur machen ihn besonders für leichtfuttrige Pferde interessant.

Heugewinnung

Für die Heugewinnung kann Rotschwingel ein sinnvoller Bestandteil extensiver und artenreicher Heuwiesen sein. Er liefert zwar keine hohen Erträge, trägt aber zu strukturreicherem und eher energieärmerem Pferdeheu bei.

Gerade für leichtfuttrige Pferde oder Pferde mit empfindlichem Stoffwechsel kann dies von Vorteil sein. Seine Bedeutung liegt weniger im maximalen Ertrag als in der Ergänzung vielfältiger und pferdegerechter Heumischungen.

Wissenswertes

Rotschwingel ist eine sehr anpassungsfähige und formenreiche Grasgruppe. Einige Unterarten werden auch für Rasenflächen, Böschungsbegrünungen oder Rekultivierungsflächen genutzt, da sie feine und stabile Pflanzendecken bilden können.

Für Pferdeweiden ist Rotschwingel besonders interessant, weil er auch auf trockeneren und extensiveren Standorten langfristig stabile Bestände bilden kann und dabei meist moderat im Energiegehalt bleibt.

Fazit

Rotschwingel ist ein anpassungsfähiges, strukturreiches und vergleichsweise energiearmes Gras, das in vielen pferdegerechten Weidemischungen eine wichtige Rolle spielt. Besonders auf trockeneren und extensiver genutzten Standorten trägt er zur Bildung stabiler Grasnarben und artenreicher Bestände bei.

Für Pferdeweiden und extensivere Heuwiesen ist Rotschwingel ein wertvoller Bestandteil, insbesondere für leichtfuttrige oder stoffwechselempfindliche Pferde. Seine Stärke liegt weniger im maximalen Ertrag als in Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und einer eher pferdegerechten Futterstruktur.

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