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Zecken beim Pferd – kleine Parasiten mit großer Wirkung

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind eng mit den Milben verwandt. Anders als viele dauerhaft auf ihrem Wirt lebende Hautparasiten verbringen sie jedoch nur einen kleinen Teil ihres Lebens auf einem Tier. Für ihre Entwicklung benötigen sie mehrere Blutmahlzeiten und können dabei im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Wirte nutzen.

Der eigentliche Zeckenstich verursacht beim Pferd meist nur eine kleine lokale Hautreaktion. Problematischer ist die Fähigkeit der Zecken, während ihrer Blutmahlzeit verschiedene Krankheitserreger zu übertragen. Dazu gehören Bakterien, Viren und Einzeller. Nicht jede Zecke trägt solche Erreger in sich und selbst nach einer Übertragung entsteht nicht zwangsläufig eine Erkrankung. Dennoch gehören Zecken zu den medizinisch bedeutenden äußeren Parasiten des Pferdes.

Welche Zecken kommen beim Pferd vor?

Die wichtigste Zeckenart in Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Er ist weit verbreitet und nutzt zahlreiche Säugetiere und Vögel als Wirte. Auch Pferde werden regelmäßig befallen. Der Gemeine Holzbock kann verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter die Erreger der Anaplasmose und Borreliose sowie das FSME-Virus.

Daneben hat sich die Auwald- oder Buntzecke (Dermacentor reticulatus) in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten stark ausgebreitet und kommt mittlerweile in vielen Regionen vor. Sie ist größer als der Gemeine Holzbock und durch ihre auffällig gemusterte Rückenzeichnung relativ gut von ihm zu unterscheiden. Auch die Buntzecke kann Krankheitserreger übertragen. Für Pferde ist dabei insbesondere ihre mögliche Rolle als Überträger von Erregern der equinen Piroplasmose interessant.

Weitere Zeckenarten können insbesondere bei importierten Pferden oder nach Aufenthalten in anderen Ländern auftreten. Für Pferde in Deutschland stehen jedoch der Gemeine Holzbock und zunehmend die Buntzecke im Vordergrund.

Ein Lebenszyklus mit mehreren Wirten

Der Gemeine Holzbock und die Buntzecke gehören zu den sogenannten Schildzecken. Ihren Namen verdankt diese Zeckengruppe einem festen Rückenschild, das zumindest einen Teil des Körpers bedeckt. Beide Arten sind sogenannte Drei-Wirt-Zecken: Larve, Nymphe und erwachsene Zecke benötigen jeweils eine eigene Blutmahlzeit und verlassen ihren Wirt anschließend wieder.

Der Lebenszyklus umfasst vier Stadien: Ei, Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Aus dem Ei schlüpft zunächst eine winzige Larve mit sechs Beinen. Sie nimmt eine erste Blutmahlzeit auf, verlässt den Wirt und entwickelt sich zur achtbeinigen Nymphe. Auch die Nymphe benötigt Blut, bevor sie sich zur erwachsenen Zecke weiterentwickeln kann. Das erwachsene Weibchen nimmt schließlich eine besonders große Blutmahlzeit auf, die es für die anschließende Eiproduktion benötigt. Nach der Blutaufnahme verlässt es seinen Wirt und legt in der Umgebung mehrere Tausend Eier ab. Danach stirbt es und aus den Eiern beginnt die nächste Generation.

Gemeiner Holzbock und Buntzecke unterscheiden sich jedoch deutlich darin, wie und wo diese Entwicklung stattfindet. Der Gemeine Holzbock ist ein ausgeprägter Generalist. Seine Larven nutzen bevorzugt kleine Säugetiere, Vögel und teilweise Reptilien, während Nymphen bereits ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Wirte befallen können. Erwachsene Zecken finden sich überwiegend an größeren Säugetieren. Alle drei Entwicklungsstadien suchen ihre Wirte frei in ihrer Umgebung. Zwischen den einzelnen Blutmahlzeiten und Häutungen können viele Monate liegen, sodass der gesamte Entwicklungszyklus mehrere Jahre dauern kann.

Bei der Buntzecke sind vor allem die jungen Entwicklungsstadien wesentlich stärker an den Lebensraum kleiner Säugetiere gebunden. Larven und Nymphen halten sich überwiegend versteckt in Bodennähe, Streu und den Lebensräumen ihrer Wirte auf und saugen bevorzugt an Wühlmäusen und anderen Kleinsäugern. Deshalb werden sie auf Gräsern und anderer Vegetation nur selten gefunden. Erst die erwachsenen Buntzecken wechseln zu einer offenen Lebensweise: Sie klettern auf die Vegetation und warten dort auf größere Säugetiere wie Rehe, Wildschweine, Hunde oder Pferde.

Auch das Entwicklungstempo unterscheidet sich. Beim Gemeinen Holzbock können zwischen den einzelnen Entwicklungsstadien viele Monate liegen; der vollständige Lebenszyklus dauert häufig mehrere Jahre. Die Buntzecke entwickelt sich wesentlich schneller. Larven und Nymphen einer Generation können sich innerhalb desselben Sommers entwickeln, sodass unter günstigen Bedingungen bereits nach wenigen Monaten erwachsene Zecken entstehen können.

Wo Pferde den Zecken begegnen

Durch ihren Lebenszyklus nutzen die beiden Zeckenarten ihre Umwelt unterschiedlich. Beim Gemeinen Holzbock können Larven, Nymphen und erwachsene Tiere außerhalb ihrer Blutmahlzeiten frei in der Umgebung vorkommen. Feuchtigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Zecken gegenüber Austrocknung empfindlich sind. Dichte Vegetation, Waldränder, Hecken und andere geschützte Bereiche bieten deshalb besonders günstige Bedingungen.

Bei der Buntzecke begegnet das Pferd dagegen fast ausschließlich den erwachsenen Tieren. Sie verlassen den bodennahen Lebensraum der jüngeren Entwicklungsstadien und suchen aktiv nach größeren Wirten. Dafür nutzen sie Gräser und andere Vegetation, von denen aus sie mit vorbeikommenden Tieren in Kontakt gelangen können. Die Buntzecke verträgt trockenere Bedingungen und niedrigere Temperaturen als der Gemeine Holzbock und kann deshalb teilweise in anderen Lebensräumen und zu anderen Jahreszeiten auftreten.

Nachdem eine Zecke auf ein Pferd gelangt ist, kann sie zunächst durch das Fell wandern, bevor sie eine geeignete Stelle für ihre Blutmahlzeit findet. Häufig entdeckt man Zecken am Kopf, im Bereich von Mähne und Hals, an der Brust, zwischen den Vorder- oder Hinterbeinen sowie an anderen geschützten Körperstellen mit vergleichsweise dünner Haut.

Wie gelangen Krankheitserreger in eine Zecke?

Dass Zecken Krankheitserreger übertragen können, ist allgemein bekannt. Weniger offensichtlich ist, woher diese Erreger überhaupt kommen. Die Zecke ist nicht automatisch von Geburt an mit Borrelien, Anaplasmen oder anderen Krankheitserregern ausgestattet.

Viele Erreger gelangen erst während einer Blutmahlzeit in die Zecke. Saugt beispielsweise eine Larve an einem infizierten Kleinsäuger oder Vogel, kann sie dabei einen Krankheitserreger aufnehmen. Übersteht dieser die anschließende Häutung, trägt die Nymphe ihn weiterhin in sich und kann ihn bei ihrer nächsten Blutmahlzeit auf einen anderen Wirt übertragen. Eine bislang nicht infizierte Nymphe kann einen Erreger ebenso bei ihrer Blutmahlzeit aufnehmen und später als erwachsene Zecke weitergeben.

Die Zecke bekommt viele ihrer Krankheitserreger also nicht einfach mit in die Wiege gelegt. Ihr Lebenszyklus sammelt sie gewissermaßen in der Umwelt ein. Genau darin liegt die besondere Bedeutung der verschiedenen Blutmahlzeiten: Die Zecke verbindet im Laufe ihrer Entwicklung unterschiedliche Wirte miteinander und kann dadurch Krankheitserreger von einem Tier zum nächsten transportieren.

Wie dieser Kreislauf im Einzelnen funktioniert, hängt allerdings vom jeweiligen Erreger ab. Borrelien und der Erreger der Anaplasmose werden beispielsweise vor allem über infizierte Wirbeltiere aufgenommen und können die Entwicklung der Zecke zum nächsten Stadium überstehen. Beim FSME-Virus sind die ökologischen Übertragungswege komplexer; neben Wirbeltieren kann auch die gleichzeitige Blutmahlzeit infizierter und nicht infizierter Zecken an demselben Wirt eine Rolle spielen.

Auch die Weitergabe an die nächste Zeckengeneration unterscheidet sich zwischen den Erregern. Bei den für die Lyme-Borreliose relevanten Borrelien spielt die Übertragung vom Zeckenweibchen auf die Eier praktisch keine wesentliche Rolle. Eine frisch geschlüpfte Larve trägt diese Borrelien daher in aller Regel noch nicht in sich. Andere Krankheitserreger können dagegen zumindest bei bestimmten Zeckenarten auch über die Eier weitergegeben werden.

Zecken können über weite Teile des Jahres aktiv sein

Die klassische Vorstellung einer kurzen Zeckensaison trifft zumindest für Deutschland immer weniger zu. Die Aktivität wird wesentlich stärker von Temperatur und Feuchtigkeit bestimmt als vom Kalender. Beim Gemeinen Holzbock liegt ein deutlicher Aktivitätsschwerpunkt im Frühjahr und Frühsommer, häufig kommt es im Herbst zu einer weiteren Aktivitätsphase. Bei ausreichend milden Temperaturen können einzelne Zecken jedoch auch im Winter aktiv werden.

Die Buntzecke ist noch kältetoleranter. Sie kann bereits bei wenigen Grad über dem Gefrierpunkt aktiv sein und wird deshalb auch während milder Winterperioden gefunden. Für Pferde mit ganzjährigem Auslauf oder Weidezugang kann ein Zeckenkontakt somit deutlich außerhalb der klassischen Frühjahrs- und Sommermonate stattfinden.

Zecken beißen nicht – sie stechen

Umgangssprachlich wird fast immer vom Zeckenbiss gesprochen. Fachlich ist jedoch Zeckenstich die treffendere Bezeichnung. Die Zecke besitzt spezialisierte Mundwerkzeuge. Mit kleinen scherenartigen Strukturen, den sogenannten Kieferklauen, ritzt sie zunächst die Haut an. Anschließend führt sie ihren Stechapparat in die entstandene Öffnung ein und verankert sich dort. Widerhaken und bei manchen Zecken zusätzlich eine Art Klebesubstanz sorgen dafür, dass sie während der teilweise mehrere Tage dauernden Blutmahlzeit fest mit der Haut verbunden bleibt.

Gleichzeitig gibt die Zecke Speichel in die Stichstelle ab. Darin befinden sich verschiedene Substanzen, die unter anderem die Blutgerinnung und die lokale Immunreaktion beeinflussen. Genau dieser Austausch ist auch für die Übertragung von Krankheitserregern entscheidend. Beim Pferd bleibt nach dem Entfernen häufig lediglich eine kleine Verdickung oder Kruste zurück. Manche Pferde reagieren stärker mit Schwellung oder Juckreiz. Verbleiben Teile des Stechapparates in der Haut, kann ebenfalls eine lokale Entzündungsreaktion entstehen.

Die größere medizinische Bedeutung des Zeckenstichs liegt jedoch weniger in dieser örtlichen Hautreaktion als in den Krankheitserregern, die während der Blutmahlzeit übertragen werden können.

Anaplasmose ist beim Pferd besonders relevant

Eine der wichtigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen des Pferdes in Deutschland ist die equine granulozytäre Anaplasmose. Verursacht wird sie durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum, das vor allem durch den Gemeinen Holzbock übertragen wird. Die Erkrankung kommt in Mitteleuropa regelmäßig vor.

Die Symptome sind häufig zunächst wenig spezifisch. Betroffene Pferde können Fieber, Mattigkeit, verminderten Appetit, Bewegungsunlust oder Schwellungen an den Gliedmaßen entwickeln. Im Blutbild können unter anderem eine verminderte Zahl der Blutplättchen und weitere Veränderungen auffallen.

Für die Diagnostik ist der Zeitpunkt der Untersuchung wichtig. Während einer akuten Infektion kann der direkte Nachweis des Erregers mittels PCR hilfreich sein. Antikörper entwickeln sich dagegen erst als Reaktion des Immunsystems und können auch nach überstandener Infektion noch nachweisbar sein. Laborbefunde müssen deshalb immer gemeinsam mit den Symptomen und dem Krankheitsverlauf beurteilt werden.

Die Anaplasmose lässt sich in der Regel gut behandeln. Zum Einsatz kommen Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline, auf die der Erreger meist gut anspricht. Bei ausgeprägten Symptomen kann zusätzlich eine unterstützende Behandlung notwendig sein.

Borrelienkontakt bedeutet nicht automatisch Borreliose

Auch die Erreger der Lyme-Borreliose werden durch den Gemeinen Holzbock übertragen. Wie viele Zecken Borrelien in sich tragen, unterscheidet sich regional und hängt außerdem vom Entwicklungsstadium der Zecke ab. Pferde können deshalb mit Borrelien in Kontakt kommen und Antikörper entwickeln. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass das Pferd an einer klinischen Borreliose erkrankt ist.

Genau diese Unterscheidung ist wichtig. Unspezifische Beschwerden wie Leistungsabfall, Steifheit oder wechselnde Lahmheiten können zahlreiche Ursachen haben. Ein positiver Antikörpertest allein beweist nicht, dass Borrelien für solche Symptome verantwortlich sind. Die Diagnose einer tatsächlich klinisch relevanten Borreliose beim Pferd ist deshalb wesentlich schwieriger als die bloße Feststellung eines vorausgegangenen Kontaktes mit dem Erreger. Laborbefunde sollten immer gemeinsam mit Symptomen, Krankheitsverlauf und anderen möglichen Ursachen beurteilt werden.

Wird eine klinische Borreliose diagnostiziert, erfolgt die Behandlung in der Regel mit Antibiotika, häufig aus der Gruppe der Tetrazykline. Eine früh erkannte Erkrankung lässt sich grundsätzlich antibiotisch behandeln. Schwieriger wird die Situation bei länger bestehenden oder unspezifischen Beschwerden: Hier ist häufig bereits die Frage schwierig zu beantworten, ob tatsächlich eine aktive Borrelieninfektion hinter den Symptomen steht. Einheitliche Therapieempfehlungen für solche Verläufe gibt es beim Pferd bislang nicht.

Weitere durch Zecken übertragene Erkrankungen

Neben Anaplasmose und Borreliose können Zecken weitere für Pferde relevante Krankheitserreger übertragen. International spielt beispielsweise die equine Piroplasmose eine wichtige Rolle. Sie wird durch einzellige Blutparasiten verursacht und ebenfalls durch Zecken übertragen. In Deutschland tritt die Erkrankung bislang wesentlich seltener auf als in vielen wärmeren Regionen Europas und der Welt. Inzwischen sind jedoch auch Infektionen bei Pferden ohne vorausgegangenen Auslandsaufenthalt beschrieben. Bei importierten Pferden oder nach Aufenthalten in Endemiegebieten ist die Erkrankung besonders zu berücksichtigen.

Auch die aus der Humanmedizin bekannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, kann durch Zecken auf Pferde übertragen werden. Antikörperuntersuchungen zeigen, dass Pferde in Deutschland mit dem Virus in Kontakt kommen. Klinisch auffällige Erkrankungen mit neurologischen Symptomen sind beim Pferd jedoch – anders als beim Menschen – sehr selten. Eine für Pferde zugelassene FSME-Impfung gibt es nicht.

Nicht jeder Zeckenstich macht krank

Zecken können ernstzunehmende Krankheitserreger übertragen, trotzdem führt ein Zeckenstich nur in einem Teil der Fälle überhaupt zu einer Infektion. Die Zecke muss einen für das Pferd relevanten Erreger tragen und diesen während ihrer Blutmahlzeit übertragen. Selbst eine erfolgte Infektion führt anschließend nicht zwangsläufig zu einer klinischen Erkrankung.

Für Pferdehalter bedeutet das vor allem, Zecken ernst zu nehmen, ohne aus jedem Zeckenstich ein Krankheitsrisiko abzuleiten. Entwickelt ein Pferd jedoch plötzlich Fieber, Mattigkeit, neurologische Auffälligkeiten oder andere ungewöhnliche Symptome, kann ein vorausgegangener Zeckenkontakt für die tierärztliche Diagnostik eine wichtige Information sein.

Zecken möglichst früh entfernen

Nach Weidegang, Ausritten durch hohen Bewuchs oder Aufenthalten an Waldrändern und Hecken lohnt es sich, das Pferd regelmäßig abzusuchen. Da Zecken zunächst im Fell umherwandern können, lassen sich manche bereits entfernen, bevor sie mit ihrer Blutmahlzeit begonnen haben.

Wie schnell ein Krankheitserreger übertragen werden kann, unterscheidet sich deutlich. Borrelien befinden sich zunächst überwiegend im Darm der Zecke und müssen während der Blutmahlzeit erst aktiviert werden und in Richtung Speicheldrüsen wandern. Das Übertragungsrisiko steigt deshalb mit zunehmender Saugdauer deutlich an. Auch bei Anaplasmen spielt die Dauer der Blutmahlzeit eine Rolle. FSME-Viren können dagegen wesentlich schneller übertragen werden, da sie bereits in den Speicheldrüsen einer infizierten Zecke vorhanden sein können. Regelmäßiges Absuchen und schnelles Entfernen ist deshalb besonders im Hinblick auf Borrelien eine wirksame Möglichkeit, das Infektionsrisiko zu reduzieren.

Festgesaugte Zecken sollten möglichst zeitnah entfernt werden. Geeignet sind beispielsweise Zeckenhaken oder Zeckenzangen, mit denen die Zecke dicht an der Haut gefasst und kontrolliert herausgezogen werden kann. Öl, Alkohol, Klebstoff, ätherische Öle oder andere Substanzen sollten nicht auf eine festgesaugte Zecke gegeben werden, um sie zum Loslassen zu bewegen. Ziel ist eine möglichst einfache mechanische Entfernung, ohne den Parasiten unnötig zu reizen oder zu beschädigen.

Bleibt anschließend eine kleine Verdickung zurück, kann die Stelle zunächst beobachtet werden. Starke Schwellungen, Wärme, Schmerzen oder eine zunehmende Entzündung sollten dagegen tierärztlich abgeklärt werden.

Schutz vor Zecken

Vollständig verhindern lässt sich der Kontakt mit Zecken bei Pferden mit Weidegang kaum. Das Risiko ist jedoch nicht überall gleich. Hohe Vegetation, Waldränder, Hecken und feuchte, geschützte Bereiche bieten vor allem dem Gemeinen Holzbock günstige Bedingungen. Rund um stark genutzte Wege, Paddocks oder Ruhebereiche kann es deshalb sinnvoll sein, den Bewuchs entsprechend kurz zu halten. Hecken, Waldränder oder artenreiche Säume müssen dafür selbstverständlich nicht beseitigt werden.

Zusätzlich können bestimmte Insektensprays beziehungsweise Repellentien – also Mittel, die Parasiten vom Pferd fernhalten sollen – auch gegen Zecken wirken. Entscheidend ist der jeweilige Wirkstoff; ein gewöhnliches Fliegenspray besitzt nicht automatisch eine zuverlässige Wirkung gegen Zecken.

Welche Möglichkeiten Insektensprays, mechanischer Schutz und Veränderungen der Umgebung bieten, wird ausführlich im Artikel Insektenschutz beim Pferd – Decken, Sprays, Fallen und natürliche Gegenspieler beschrieben.

Fazit

Zecken verbringen nur einen kleinen Teil ihres Lebens auf dem Pferd, können während ihrer Blutmahlzeit jedoch verschiedene Krankheitserreger übertragen. Interessant ist dabei ihr mehrstufiger Lebenszyklus: Viele Erreger werden nicht an die nächste Zeckengeneration vererbt, sondern während einer Blutmahlzeit aufgenommen, durch die weitere Entwicklung mitgenommen und später auf einen neuen Wirt übertragen.

Für Pferde in Deutschland besitzt derzeit der Gemeine Holzbock die größere praktische Bedeutung als Krankheitsüberträger. Er kann unter anderem Anaplasmen und Borrelien sowie das FSME-Virus übertragen. Die auffällig gezeichnete Buntzecke lässt sich durch ihren hell-dunkel gemusterten Rückenschild meist gut vom Gemeinen Holzbock unterscheiden. Auch sie ist als Krankheitsüberträger relevant, insbesondere im Zusammenhang mit der Piroplasmose, die bei Pferden in Deutschland bislang jedoch wesentlich seltener auftritt.

Regelmäßiges Absuchen und frühzeitiges Entfernen festgesaugter Zecken bleiben deshalb die einfachsten Maßnahmen, um das Risiko zu reduzieren. Entwickelt ein Pferd nach möglichem Zeckenkontakt Fieber, neurologische Auffälligkeiten oder andere ungewöhnliche Symptome, gehört die weitere Abklärung in tierärztliche Hände.

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