Stress im Pferdekörper
Stress aktiviert beim Pferd ein uraltes Überlebensprogramm. Adrenalin, ACTH und Cortisol sichern Flucht – werden heute aber oft zum Dauerproblem. [lesen]

Stress ist beim Pferd weit mehr als nur Nervosität oder „zu viel Temperament“. Er ist ein uraltes biologisches Überlebensprogramm, das den gesamten Organismus innerhalb kürzester Zeit umstellt: Herz und Atmung beschleunigen sich, Energiereserven werden mobilisiert, die Blutversorgung wird zugunsten von Muskulatur und Gehirn verschoben, während Verdauung, Regeneration und Teile des Immunsystems zurücktreten. Genau dieses System war evolutionär sinnvoll, solange Stress kurz war und durch Bewegung wieder abgebaut werden konnte.
Im modernen Pferdeleben ist das oft anders. Boxenhaltung, Bewegungsmangel, sozialer Druck, Training, Transporte, Fresspausen oder dauerhafte Reizüberflutung führen dazu, dass Pferde immer wieder in einen Alarmmodus geraten, ohne ihn richtig beenden zu können. Die Folgen zeigen sich nicht nur im Verhalten, sondern auch im Magen, in der Darmflora, im Immunsystem, im Stoffwechsel und in der Muskulatur. Diese Kategorie beleuchtet, wie Stress im Pferdekörper entsteht, welche gesundheitlichen Auswirkungen er hat und warum viele Probleme erst verständlich werden, wenn man das biologische Grundprogramm des Pferdes kennt.